Drowned In Sorrow
Miron Zownir, New York City, 1982.

Miron Zownir, New York City, 1982.

Die Großstadt als Thema mit ihren Subkulturen, Verheißungen und Gefahren eint die drei fotografischen Positionen von Ken Schles, Jeffrey Silverthorne und Miron Zownir, die im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg bis 7. August vorgestellt werden.

Im Zentrum der Ausstellung von Ken Schles (geb. 1960) stehen die zwei Werkgruppen »Invisible City« und »Night Walk«, die der amerikanische Fotograf Ende der 1980er Jahre in New York fotografierte. Sie gelten als wegweisende Dokumentationen urbanen Lebens und zeigen in einer Art persönlichem Tagebuch das Leben in der Lower East Side über den Zeitraum von zehn Jahren. Es sind packende Darstellungen einer verschwundenen, schockierend harten und vielfältigen Welt, zu der nur Wenige Zutritt hatten.

Das fotografische Werk Jeffrey Silverthornes (geb. 1946) stellt pointiert existenzielle Lebensfragen nach Identität, Geschlecht, Liebe, Gewalt, Sexualität und Tod. In Auseinandersetzung mit antiken Dramen und Malereitraditionen entstehen Bilder, die grundsätzliche Fragestellungen des menschlichen Zusammenlebens untersuchen. Seine Themen findet er an verschiedenen Orten der USA wie die Grenze zu Mexiko oder in New York, in Leichenschauhäusern oder Bordellen, bei Transvestiten und Transsexuellen.

Miron Zownir (geb. 1953), auch Filmemacher und Schriftsteller, gehört seit mehr als 30 Jahren zu den radikalsten Fotografen der Gegenwart. In seiner drastischen und düsteren fotografischen Sprache beschreibt Zownir die Parallelwelten von Außenseitern und Verlorenen in der Schattenwelt westlicher Metropolen wie Berlin, New York, London und Moskau. Es sind die Nachtseiten des menschlichen Daseins, die finstere Einsamkeit, die existenziellen Ausnahmezustände und Grenzsituationen der menschlichen Psyche, die Zownir ohne Sicherheitsabstand aufspürt und sichtbar macht.

Silverthorne, Schles und Zownir berühren gesellschaftliche Tabus, die wir meiden. Mit der Kraft des radikalen Blicks wird die Wirklichkeit in unser Bewusstsein zurück katapultiert und damit wieder Teil unserer Existenz“,

so Ingo Taubhorn, Kurator der Ausstellungen.

Die Ausstellung wird begleitet von fotografischen Editionen der drei Künstler sowie einem umfangreichen Programm mit Sonderführungen, Künstlergesprächen, Workshops und einer Filmreihe.

www.deichtorhallen.de