Im Hotel Kieler Yacht Club diskutierten am Abend des 31. Oktober rund 100 Gäste das internationale Profil Kiels. Ein Zusammentreffen der Entscheider Kiels kann ein besonderer Abend mit einer freundschaftlichen, inspirierenden Stimmung und anregenden Gespräche sein – das bewies die Herbstausgabe von „Kiels Spitzen“ gestern. Rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport folgten der Einladung zu „Kiels Spitzen“ im „Hotel Kieler Yacht Club“, um über die internationale Ausrichtung der Landeshauptstadt zu diskutieren – und kräftig zu netzwerken.

Den Mittelpunkt des Abends bildete der ausführliche „Spitzentalk“ zum Thema „Kiel grenzenlos! Internationalität in der Fördestadt“. Unter Moderation von Arne Jessen gingen drei Kieler „Spitzen“ den Fragen nach, inwieweit die Landeshauptstadt und ihre Unternehmen und Institutionen international aufgestellt sind und welche Herausforderungen die zunehmende Vernetzung und Internationalisierung an sie und die Stadt Kiel stellt. Einigkeit bestand bei den Diskussionsteilnehmern Katrin Berling (Center Managerin des Sophienhofs), Peter Harry Carstensen (Ministerpräsident a. D.) und Dr. Christian Kuhnt (Schleswig-Holstein Musik Festival) vor allem in einem Punkt: Kiel ist ein beliebtes Ziel für internationale Besucher und hat viel zu bieten. Durch den Nord-Ostsee-Kanal und die international bekannte „Kieler Woche“, insbesondere aber durch die Fährhäfen und die damit einhergehende Verbindung nach Skandinavien sei Kiel sehr international aufgestellt, führte Peter Harry Carstensen aus. Gleichzeitig wies das Vorstandsmitglied von „Lebendiges Kiel” jedoch auch auf einen verbesserungswürdigen Aspekt hin: „Auf dem Weg in die Innenstadt müssen unsere internationalen Fährgäste an einem alten Parkhaus und dem Rotlichtviertel vorbei – das ist nicht aussagekräftig für Kiel. Wir müssen den Besuchern die schönen Seiten der Stadt zeigen, so etwa die Hörn und die Kiellinie.

Aus diesen Diamanten könnte man viel mehr machen, sie müssen poliert werden!“ Auch die Öffnung der Geschäfte in der Innenstadt an Sonntagen sei eine Überlegung wert. Dies würde die Attraktivität für die Schiffsreisenden erhöhen, die zumeist sonntags in Kiel ankommen. Ähnlich äußerte sich Katrin Berling: „Für eine Stadt, die sich nach außen als touristisch versteht, wären mehr touristische Angebote in der Innenstadt toll.“ Der Sophienhof zeichne sich durch eine ungewöhnliche Durchmischung aus, da neben vielen Besuchern aus allen Regionen Deutschlands vor allem viele skandinavische Touristen den Weg in das Einkaufszentrum fänden. Auch für das Schleswig- Holstein Musik Festival ist Internationalität ein wichtiger Faktor, erläuterte Intendant Dr. Christian Kuhnt. „Unsere Einzigartigkeit besteht zum einen in dem Engagement international bekannter Musiker und Künstler, die an vielen verschiedenen, regionalen Spielstätten auftreten. Zum anderen in der pädagogischen Arbeit: Wir laden weltweit talentierte Nachwuchsmusiker ein, die über kulturelle Unterschiede und politische Spannungen hinweg zu einem internationalen Orchester verschmelzen.“

Am Rande der Diskussion bezog Peter Harry Carstensen Stellung zu einem anderen aktuellen Thema: der NSA-Affäre und „Whistleblower“ Edward Snowden. „Ich muss mich schon wundern, dass sich einige darüber wundern, dass Spione spionieren. Die Menschen gehen zu James Bond in die Kinos, und wenn das plötzlich Wirklichkeit wird, dann ist das etwas ganz Erstaunliches. Wenn wir nicht eine Zusammenarbeit mit den amerikanischen Diensten gehabt hätten, wenn sie uns nicht so häufig ein paar Tipps gegeben hätten, dann wäre einiges passiert und wir hätten viel Ärger gehabt und viele schwierige Dinge regeln müssen. Aber ich wundere mich über die Art und Weise, in der man das heute macht. Die NSA sammelt alles, das ist das Problem. Und dass man nicht weiß, was mit diesen ganzen Daten dann dort passiert. Dass gesammelt werden muss, dass observiert werden muss, dass in dieser Welt, in der wir leben und die nicht immer sicher ist, auch für Sicherheit gesorgt werden muss, ist unbestritten. Doch die Art und Weise, in der die Amerikaner das gemacht haben, ist unanständig. Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich hat gesagt, man könne Snowden nicht hier aufnehmen, weil Amerika ein Rechtsstaat ist. Aber das, was Amerika bisher gemacht hat, ist nicht rechtsstaatlich. Das habe ich ihm geschrieben und das wird wohl derzeit offen diskutiert. Und vielleicht wird es da nun Änderungen geben.“
Im Anschluss an diese Talkrunde kamen die Gäste in den Genuss der zahlreichen Köstlichkeiten des „Hotels Kieler Yacht Club“ um Direktor Thomas Varwig und sein Team. Zudem präsentierte die Vattenfall Europe GmbH zusammen mit Aoste und der Bäckerei Günther GmbH deftige Leckereien an der „Brotstation“. Den „Netzwerkpreis“ vergab Dr. Jörg Rudolph von der Color Line an Dennis Runke (Kieler TV 2. Bundesliga Volleyball Damen), der sich über eine Mini-Konferenzreise nach Oslo freute. Neuigkeiten aus der Start-up-Unternehmerwelt präsentierten Karina Keil (Sweetcouture) und Nils Passau (meteolytix GmbH) an der „Ideen-Tafel“. In der „Spitzen-Kunst-Ecke“ zeigte Annet Schadowski ihre Werke. Am Ende des Abends brachten das Autohaus Jaguar Land Rover House Kuntz GmbH die Gäste sicher nach Hause.

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Als Gäste wurden bei „Kiels Spitzen“ unter anderem begrüßt:
Matthias Wittenburg (Vorstand, HSH Nordbank) und Bernd Schmidt (Vorstandsmitglied, Kieler Volksbank), der Kieler Ehrenbürger Otto Schlenzka, Sabine Holdorf-Schust (Prokuristin und Geschäftsstellenleitung, THW Kiel Handball-Bundesliga GmbH & Co. KG) und Werner Kässens (Prokurist, Kieler Wirtschaftsförderungs- und Strukturenentwicklungs GmbH) sowie die Unternehmer André Bernert (Geschäftsleitung, Medical Management Partner GbR), Olaf Heichert (Geschäftsführer, Kielfisch), Claus- Dieter Pointke (Senior Berater, Mammut Consulting GmbH) und Sören Schulze (Geschäftsführer, Cliplister GmbH).